auf dem Gipfel des Khao Lo Muak

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.....einfach nur glücklich !!
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Montag, 19. Dezember 2016

Malaysia - ganz schlechtes Timing + andere Probleme - Teil 2

So, wir waren nun auf der malaysischen Insel PENANG angekommen. Die erste Etappe von mehreren, die wir uns vorgenommen hatten. Nach PENANG wollten wir die CAMERON HIGHLANDS ansteuern. Die vielfältige Natur mit seinen gigantischen Tee-Plantagen, interessante Wanderwege und das angenehme Klima haben die CAMERON HIGHLANDS zu einem sehr beliebten Reiseziel in Malaysia gemacht.
Danach wollten wir über die Hauptstadt KUALA LUMPUR ganz in den Süden Malaysias, bis zur Grenze nach SINGAPUR fahren.

Tja, das wollten wir..... aber jetzt mal der Reihe nach!

Die erste Nacht hatten wir sehr gut geschlafen in unserer Penang Hill Lodge und wir machten uns am nächsten Morgen recht früh auf den Weg zum größten chinesisch-buddhistischen Tempel Malaysias, dem KEK LOK SI, der sich etwas außerhalb des Stadtteils Ayer Itam. Wir fuhren mit dem Auto dort hin und mussten gleich feststellen, dass ein unglaublicher Verkehr herrschte. Unterhalb des Tempels befindet sich ein chinesisch gepägter großer Markt, wo wir ein kleines Frühstück zu uns nahmen. Dann gings hoch in den großen Tempel KEK LOK SI., sein Name wird übersetzt mit "Tempel des höchsten Glücks"

Mit dem Bau des Tempels wurde um 1890 begonnen und die gesamte Tempelanlage wurde bis in die heutige Zeit immer wieder erweitert und vergrößert. Die Architektur sowie die Aktivitäten der Gläubigen lassen hierbei eine Verschmelzung von buddhistischem Glauben mit daoistischen Ritualen und Wahrsagerei erkennen.

Hier ein paar Impressionen vom Tempel KEK LOK SI:




















 
Blick vom Tempelberg in Richtung Skyline von Georgetown

Nach der Tempelbesichtigung machten wir eine kleine Rundfahrt über die Insel Penang, welche nur 292 qkm groß ist. Wir fuhren durch die Inselmitte und überquerten eine Bergkette. Die Straßen wurden immer schmaler und es ging über unzählige Serpentinen bergauf und anschließend in Richtung Nordküste wieder bergab.
Wir fuhren zu dem Fischerort Teluk Bahang, von wo aus ein Wanderweg durch den Pantai Acheh National Park führt. Hier soll es noch ein reiches Tierleben geben und man soll ab und an noch Warane sehen. Da wir aber zeitlich doch sehr "eng" unterwegs waren und es auch noch zu regenen anfing, entschlossen wir uns weiter zu fahren. 

Am Badeort Batu Ferringhi machten wir nochmals eine Pause, relaxten ein wenig am dortigen Strand und stillten unseren Hunger in einem sogenannten NASI KANDAR Restaurant. Nasi Kandar stammt aus Penang und ist ein in Nord Malaysia sehr beliebtes Gericht. Es besteht aus gedämpften Würzreis und einer Vielzahl von leckeren Currys und Beilagen. Saulecker!!!!







Georgetown  -  erinnert mich leicht an Miami Beach

Wieder zurück im Hotel, erhielten wir eine schlechte Nachricht von unserem Vermieter. Wir hatten für eine 2-tägige Verlängerung nachgefragt. Leider war er komplett ausgebucht. Wir hatten zuvor schon bei Hotels in der Nähe nachgefragt, wie die Belegungssituation aussieht. Bei allen Hotels war nichts mehr frei. 
Wir machten wir uns nun etwas frisch für unseren Abend in Georgetown. Während Bonny duschte, durchforstete ich das Internet nach Übernachtungsquartieren auf Penang und auch in den Cameron Highlands. Sehr frustriert musste ich feststellen, dass es so gut wie nichts mehr an freien Unterkünften gab. Entweder waren noch Betten frei in "Low-Budget-Unterkünften" (Schlafsaal mit shared-bathroom), was nicht wirklich in Betracht kommt oder es waren Unterkünfte ab 260 Euro pro Nacht aufwärts, was auch keine Alternative darstellte.

Was war da los? Alles ausgebucht?? Die Antwort sollten wir nur kurze Zeit später von unserem Taxifahrer erhalten, welcher uns vom Hotel in die Stadtmitte von Georgetown, nach "Little India" fuhr.

IN GANZ MALAYSIA SIND IM DEZEMBER SOMMERFERIEN!!!!!

Und wie uns der Taxifahrer glaubhaft versicherte, sind die Malaysier ein reiselustiges Völkchen ;-) Sprich, ganz Malaysia ist auf den Beinen und alle interessanten Orte sind komplett ausgebucht und die Hotelpreise sind dann meist auch erhöht. 

Das war ein echter Schlag..... und nun? 

Wir spazierten erstmal durch "Little India" in Georgetown. Der Name ist Programm, man kommt sich echt vor wie in einem Stadtteil einer indischen Metropole. Wir schlenderten durch die Gassen, schauten uns verschiedene Läden an und Bonny wurde auf diese Weise fündig. In einem Bekleidungsgeschäft ergatterte sie ein wunderschönes weißes Kleid. Wir verhandelten mit dem Ladenbesitzer wie auf einem indischen Markt in Kalkutta, es war echt witzig. Wir haben natürlich von ihm schlußendlich seinen "Best-Price" gekriegt ;-) und zahlten für das schöne Kleidungsstück umgerechnet 12 Euro. 

Zum Abschluß gings wohin? Natürlich..... zum Inder lecker essen ;-)
Tandoori Hühnchen mit Naan-Brot und verschiedenen Soßen. Ich bin ganz ehrlich, die indische Küche taugt mir besser als die thailändische.

Auf unserer Heimfahrt zum Hotel bestätigte dieser Taxifahrer auf Nachfrage die Aussage seines Kollegen bzgl. der malaysischen Sommerferien. Was uns die Entscheidung, unseren Malaysia-Aufenthalt abzubrechen, erleichterte. Unser Timing war einfach komplett falsch!! 

Am nächsten Morgen, 10.12.2016, verließen wir die Insel Penang über die 6-spurige Brücke (eine der längsten in SO-Asien) und machten uns über den Highway Nr. 2 auf in Richtung Norden zur thailändischen Grenze, welche nur ca. 160 km entfernt ist. Der Verkehr war abartig, die Tankstellen waren genauso überfüllt von Fahrzeugen, wie zu den Zeiten, wenn in Baden-Württemberg und Bayern gleichzeitig die Sommerferien beginnen. Ich war echt gespannt, wie wohl der Andrang an der Grenze sein würde. 

Meine Befürchtungen sollten sich bewahrheiten. Es war echt viel los am malaysischen Grenzübergang Bukit Kayu Hitam.





Es dauerte ca. 2 Stunden per stop and go, bis wir die Grenzgebäude zu sehen bekamen. Unglaublich, wieviele Malaysier sich auf den Weg zu Ihrem "Thailand Urlaub" machten. Die malaysische Grenze ist gut organisiert und es könnten rasch die vielen Fahrzeuge / Personen abgefertigt werden. Der Rückstau kam von der thailändischen Seite, dort war wirklich die Hölle los!! Bis zur eigentlichen Grenze waren es nochmals knapp 2 Stunden.

Während man an der malaysischen Grenze im Fahrzeug sitzen bleiben kann (die Pässe werden an Schaltern rausgereicht), müssen an der thailändischen Grenze von SADAO alle Fahrzeuge erstmal durchfahren, sich dann in der Stadt irgendwo einen Parkplatz suchen, dann zu Fuß zurück zur Immigration um sich dann in eine der unzähligen und langen Menschenschlangen einzureihen.

Ca. 3 Stunden mussten wir in einer Schlange ausharren, es war richtig heiß, mehrfach mussten wir kühles Wasser kaufen gehen. Wir wären noch viel länger gestanden, wenn nicht Bonny so rotzfrech sich 2 mal vorgedrängelt hätte. Es gab da auch richtig Ärger mit so 2 indisch-stämmigen Familienoberhäuptern :-)

Ich schätze, dass an dem Nachmittag dort mehrere Tausend Menschen die Grenze überquerten!!! Von diesem ganzen Chaos gibt es leider keine Fotos. Ich hatte meine Kamera und mein Handy im Auto liegen lassen und das war ziemlich weit weg geparkt.

Endlich waren wir an der Reihe. Bonny reichte als erste Ihren Pass dem Beamten der Thai-Immigration rein in seinen Schalter. Keine Minute später war ich dran. Bei mir sollte es etwas länger dauern, da ich noch weitere 60 Tage Aufenthalt in meinen Pass reingestempelt bekommen musste (ich habe ein 180 Tage Touristen-Visum M, d.h. Multiple Entry = mehrfache Einreisen).

Der Beamte schaute meinen Pass sehr genau an, hob die Visumsseite mehrfach unter eine Lampe, schaute imemr wieder mißtrauisch zu mir, schaute wieder auf den Pass und holte plötzlich aus seiner Aktentasche eine große Lupe heraus.
Dann sagte er zu mir, dass mein Visum gefälscht sei. Ich hätte mein Touristen-Visum S (d.h. Single Entry  = nur eine Einreise gestattet) in ein Visum M nachträglich verändert. Diese Fälschung sei in Thailand eine Straftat.

Da war ich erstmal sprachlos! Ich sagte ihm auf englisch, dass ich mein Visum nicht gefälscht und ich ein Visum M für mehrfache Einreisen hätte. Der Beamte reichte mir meinen Pass und die Lupe und ich konnte mich davon überzeugen, dass er wohl recht hat, da wurde mit Kuli über ein S ein M gepinselt. 


Der Punkt war nun der, dass der Beamte mir erklärte, dass ich nicht einreisen könne und dass ich solange festgehaten werde, bis der Vorgang aufgeklärt ist. Bonny erklärte ihm auf thailändisch, dass das alles ein Schreibfehler bei der Visumsausstellung im Thai-Konsulat in Stuttgart sein muss. Zumal der Preis für das Visum mit 150 Euro angegeben ist und ein Singel Entry Visum nur 30 Euro kostet. Der Beamte kennt natürlich die Visumspreise nicht und ließ sich durch dieses Argument nicht beeindrucken.

Es ging nun hin und her, Bonny redete wie ein thailändischer Wasserfall auf den Beamten ein und die Menschenschlange (ca. 150 - 200 Menschen) hinter uns wurde zusehends unruhig. Bonny wollte dem Beamten mit einigen Baht-Scheinchen die Entscheidungsfindung etwas erleichtern, was ich aber ablehnte. Ich hatte nichts verbrochen, also musste das ohne Bakschisch zu klären sein. 

Nach ca. 20 Minuten erklärte uns der Beamte, dass er mir die Einreise nun gestattet und den Aufenthalt entsprechend verlängert. Er würde aber meine Daten entsprechend weiterleiten und überprüfen lassen. Und wenn sich herausstellen sollte, dass ich doch nur ein Singel-Entry Visum habe, dann würden sie mich schon finden in Thailand, egal wo ich mich aufhalte. 

Erleichtert nahm ich meinen Pass entgegen und auf den Schreck benötigten wir erstmal 2 kühle Leo-Biere. Da es bereits fast 18:00 Uhr war, buchten wir uns in eines der Hotels in der Stadt ein. 

Am nächsten Morgen brachen wir auf und fuhren den Asien-Highway Nr. 2 in Richtung Norden weiter, bis wir dann nach ca. 730 km am Abend gegen 18:00 wieder zuhause in Prachuap Khiri Khan waren. 

Eine meiner ersten Tätigkeiten waren eine Mail an die Deutsche Botschaft in Bangkok und ein Fax an das Thai-Honorarkonsulat Stuttgart zu versenden. Die Deutsche Botschaft hat das alles relativ wenig interessiert, bzw. zeigte sich nicht zuständig. Von dem Konsulat in Stuttgart erhielt ich mehrere Anrufe mit Entschuldigungen und ich konnte mich mit ihnen darauf verständigen, dass ich eine Bestätigung zugesendet bekomme, dass es sich in meinem Visum tatsächlich um eine Korrektur der Konsulatsangestellten handelt und ich tatsächlich im Besitz eines Mulitple-Entry Visums bin. 

Schaun wir mal, wie es bei den nächsten Einreisen sein wird, welche in den nächsten Monaten anstehen. Denn eines ist klar: wir fahren nochmal runter nach Malaysia, diesmal aber nicht zur Ferienzeit :-))

Samstag, 17. Dezember 2016

Malaysia - ganz schlechtes Timing + andere Probleme - Teil 1

Am Freitag, 9.12.2016, haben wir die Insel Koh Lanta ganz früh verlassen. Gegen 06:30 hat uns eine der klapprigen Fähren sicher rüber aufs Festland gebracht, unsere Fahrt in Richtung Grenze Malaysia konnte beginnen. 
Wir fuhren nicht Richtung dem Asien-Highway Nr.2 (auf dem man durch Südthailand und ganz Malaysia bis runter anch Singapur fahren kann), sondern nahmen die kleineren Straßen Richtung Süden, immer entlang der Westküste bis nach SATUN. Wir fuhren durch Gegenden, die noch immer mit den Überflutungen der Tage zuvor zu kämpfen hatten. Einige Teilstrecken waren gesperrt, so dass wir die eine oder andere Umfahrung nutzen mussten. Stellenweise war das Wasser derart hoch auf den Straßen, dass ich ich Bedenken hatte, dass wir durchkommen. 





 




Ganze Landstriche standen unter Wasser, der Monsun hatte echt viel Wasser gebracht!!

Bereits gegen 11:00 thailändische Zeit erreichten wir den kleinen Grenzübergang WANG PRACHAN, der sich "in the middle of nowhere" zu befinden scheint. 




Zuerst mussten wir uns am Departure-Schalter der Thai-Immigration anstellen und uns "auschecken", Gott sei Dank war da wenig los, nur ca. 30 Leutchen vor uns. Am Arrival-Schalter war die Hölle los. Ich schätze 100 - 120 Menschen wollten nach Thailand einreisen. Und alle standen in der prallen Sonne! 

Ein junger Mann, Mitte 20 vielleicht, Hippie-Typ, tschechischer Reisepass, stand mit uns in der Ausreise-Schlange. Er kam vor uns an den Schalter und wollte dann dort nach Thailand einreisen ;-)) Tja, hätte er besser mal die Tafeln über den jeweiligen Schaltern gelesen. Er stand am Departure-Schalter und der Beamte nahm das sehr genau. Also, ab nach drüben zur Arrival-Schlange und in der Mittagssone ganz hinten anstellen :-(  

Anschließend rüber zur Malaysia Immigration, das ging ratz-fatz. Pass vorlegen, beide Zeigefinger gescannt und schon waren wir in Malaysia offiziell eingereist. Nun mussten wir nur noch eine Versicherung plus ICP (International Circulation Permit) für unser "thailändisches Auto" besorgen. Ohne das kann ein ausländisches Kfz in Malaysia nicht am Straßenverkehr teilnehmen. Das Büro, welches die ICP ausstellt, erklärte uns, wo wir die Versicherung abschließen können. Uns wurde weiterhin gesagt, dass wir nicht vor 14:00 wieder zum ICP-Büro kommen sollen, da die Beamten nun Mittagspause machen :-)
Am Versicherungsbüro angekommen, stellten wir fest, dass dort wohl auch Mittagspause gemacht wird, alles verschlossen.

Ok, dann machen wir halt auch Mittagspause..... aber auf Malaysischem Boden gabs nirgendswo ne Kneipe, wo man was essen konnte. Also wieder rüber nach Thailand :-)) Die Grenzer sehen das alles total relaxt, wir sagten denen, dass wir Hunger haben und anschließend gleich wieder zurück nach Malaysia gehen. Alles kein Problem, guten Appetit!!

Wir stillten unseren Hunger also wieder in Thailand ;-) und bei der Gelegenheit fragte Bonny einen Thai, ob es nicht auch hier auf thailändischem Boden ein Büro für Versicherungen gibt. Und genau das wars: Es gab gleich schräg gegenüber unserer Kneipe ein kleines Büro, dass die Versicherungen für Thai-Kfz abwickelt. Gesagt, getan.... Ca. 30 Minuten später waren wir im Besitz einer Versicherung, gültig für 1 Monat!! Sogar die malaysischen Kfz-Kennzeichen, die wir anbringen müssen, haben wir dort gekriegt. PERFEKT!!


Versicherungsbüro
Dann wieder rüber nach Malaysia zum ICP-Büro, die Jungs waren zwischenzeitlich auch gesättigt und haben bei der Ausstellung des ICP keine Zeit verloren. 10 Minuten später hatten wir die Genehmigung und die neuen Kennzeichen waren an unserem Wagen angebracht. Unser Auto hat jetzt 2 Kennzeichen ;-)




Endlich.... wir waren in Malaysia! Wir fuhren nun weiter in Richtung der Insel PENANG an der Westküste von Malaysia. 

Unser Weg führte uns zunächst durch schöne, dschungelartige Landschaften, die Straße war einspurig in jede Richtung und extrem kurvenreich. Wir befuhren Nebenstrecken durch kleinere Dörfer / Städte, immer in Richtung Süden. Was sofort ins Auge stach: Straßenzustand überall extrem gut, die Dörfer und Städtchen machten einen sauberen und aufgeräumten Eindruck, die Reisfelder und andere Plantagen wirkten irgendwie ordentlicher als ihre Gegenstücke in Thailand.


Dass wir uns in einem mehrheitlich islamischen Land bewegten, ist nahezu allgegenwärtig. Moscheen, Hinweisschilder zu Moscheen und die muslimische Bekleidung sind überall präsent.


Hierzu eine lustige Geschichte:

Während der Fahrt musste Bonny mal dringend für "kleine Mädchen". Ich wollte hier und da anhalten, aber es war ihr nirgends so ganz recht. Am Ende eines Dorfes folgte ich einem "Tankstellen-Hinweisschild". Bonny wurde zusehends unruhig, ob dem größer werdenden Druck ihrer Blase. "Man oh man, ich saich glei in'd Hos" kam einige male über ihre Lippen :-)
An der Tankstelle angekommen dann der Schock. Beide Toiletten verschlossen wegen einem Wasserrohrbruch :-((

Die Lage spitzte sich zu, ich erinnerte mich an eine Kneipe vorne an der Hauptstraße. Ich rase dorthin, parke vogelwild vor der Kneipe und wir stürzen rein in die Gaststätte........

Kennt ihr das Gefühl, wenn man einen großen Raum betritt, wo urptzlich sich alle Leute nach einem umdrehen???

Wir standen in einer Kneipe, wo gerade ca. 40 Muslime frisch geschlachteten Hammel (koscher geschlachtet!!) verspeisten. Muslime mit ihren typischen Klamotten (wir sommerlich und tourimäßig gekleidet  -  Bonny mit sehr kurzen Hosen), zum Teil vollverschleierte Frauen, die ihr Tuch vor dem Gesicht nur zum Essen hochgeklappt hatten, starrten uns an. Ihre Blicke verfolgten uns, als wir einen der noch freien Tische ansteuerten, ich bei einem jungen Kellner (der keine Silbe englisch sprach) 2 Wasser bestellte und nach der Toilette fragte. Bonny kannte nur noch ein Ziel und verschwand eine gefühlte Ewigkeit in dem kleinen Raum mit dem Loch im Boden und nem etwas zu kurz geratenen Wasserschlauch, der an einem Wasserhahn hing (ich suchte dieses Örtchen auch noch auf). Während Bonny sich entleerte, ließ ich einen Teil des lauwarmen Wassers in mich reinlaufen und erwiderte tapfer die vielen Blicke, welche mir von vielen Tischen rübergeworfen wurden. 
Ich gebe es ehrlich zu: Ich fühlte mich nicht wohl :-( 
Wenige Minuten später saßen wir wieder in unserem Auto und setzten unsere Fahrt fort. 

Da wir die Fahrerei auf den Nebenstrecken doch etwas unterschätzt haben, wir wollten ja unbedingt noch bei Tageslicht zumindest in BUTTERWORTH (Stadt auf dem Festland gegenüber der Insel PENANG) ankommen, haben wir uns entschlossen ein letztes Teilstück auf der Autobahn (Asian Highway 2) zu fahren. Da die Autobahnen in Malaysia meist mautpflichtig sind, wir aber noch keine Gelegenheit hatten malaysische Ringgit zu tauschen, war diese Entscheidung natürlich mit einem kleinen Restrisiko behaftet. Aber ich dachte mir, dass so ein modernes Land auch Kreditkarten an den Mautstellen annimmt. Na ja, da dachte ich falsch und so nahmen die Probleme ihren Lauf:

An der ersten Mautstelle angekommen, konnte ich schon von weitem sehen, dass die Mehrheit der Verkehrsteilnehmer am Mautstellenhäuschen nur ihre Chipkarte an ein Lesegerät hielten. Der eine oder andere reichte auch Geldscheine rein.... Und wir? Kreditkarte?

Sorry, we don't accept creditcards. And no, we don't accept Thai Baht. 
Euro? Schweizer Franken?  No Sir, we don't accept!

Da die Schlange hinter uns an dieser Mautstation immer länger wurde und ich dem netten Mann im Mauthäuschen immer nur wieder die Kreditkarte oder Thai Baht anbieten konnte, wurde der langsam echt nervös. Schlließlich akzeptierte er 20 Baht  -  aber die Mautschranke öffnete sich deshalb noch lange nicht. Der Kerl nahm die 20 Baht, verließ sein Mauthäuschen und ging die ganze lange Schlange der hinter uns Wartenden solange entlang, bis er jemanden fand, der ihm die 20 Thai Baht in malaysische Ringgit umtauschte. WOW.... der hat Nerven! 
Egal, nach Rückkehr des immer freundlichen Mautangestellten an seinen Arbeitsplatz öffnete sich die Schranke und wir konnten unsere Reise fortsetzen. 
Ganz großes SORRY an alle Reisende hinter uns, die wegen uns da ein kleines Zwangspäuschen an der Mautstation einlegen mussten!! Kommt nie wieder vor!

Dachten wir.... bis zur nächsten Mautstation :-(

Wir fuhren weiter und wollten SOFORT die Autobahn verlassen um nicht noch einmal in so eine Situation zu kommen. Leider fuhren wir nach verlassen der Autobahn direkt in die nächste Mautstelle. Hier wieder das oben beschriebene Procedere. Nur diesmal mit einer intelligenten Mautstellen-Mitarbeiterin. Nachdem sie meine Vorgeschichte gehört hatte, telefonierte sie kurz, nahm mir 100 Thai Baht ab und ich erhielt im Gegenzug eine der Chipkarten, mit der man an zukünftigen Mautstellen keine Probleme haben sollte.

Wir blieben den Rest der Fahrt auf "nicht mautpflichtigen Straßen" (wir hatten keine Ahnung wieviel auf der Karte noch drauf war) und kamen bereits bei Dunkelheit in BUTTERWORTH an. Von dort aus geht es einen 3-spurigem Highway (in jede Richtung 3 Fahrbahnen) über eine lange Brücke vom Festland aus rüber zur Insel PENANG. Diese Fahrt werde ich nicht vergessen.... unglaublicher Verkehr!! Ich kam mir vor wie im Großraum Stuttgart zur Rush-Hour, nur dass dort max. 2 Spuren pro Richtung existieren. Es war unglaublich, wieviele Fahrzeuge nach PENANG fuhren!! Unser vorgebuchtes Hotel zu finden wäre ohne Navi nie und nimmer möglich gewesen. Aber unser Navi brauchte echt einige Anläufe, um uns auf den richtigen Weg innerhalb von GEORGETOWN zu bringen, so dass wir schlußendlich müde aber zufrieden an unserer Unterkunft "PENANG HILL LODGE" angekommen sind. Der Vermieter hatte uns zwischenzeitlich bereits alle notwendigen Infos (Zutrittscode für Hauseingang, WiFi Code, Lage von Zimmerschlüssel) per Email zukommen lassen, so dass wir selbstständig das Haus betreten und unser Zimmer beziehen konnten. Perfekt organisiert, Gratulation dafür!!

Nachden wir unsere Sachen ins Zimmer gebracht und uns selbst etwas frisch gemacht hatten, sind wir nur unweit von unserem Hotel bei "einem Chinesen" gelandet, der ein sensationelles Essen parat hatte. So gut haben wir selten gegessen, echt!!! Und für das Essen keine 7 Euro.... nur der Alkohol ist in Malaysia doch deutlich teurer als in Thailand!! Da kostet ein grosses Tiger-Bier doch schon knapp über 3 Euro. Bezahlen konnten wir zwischenzeitlich mit malaysischen Ringgit, welche wir an einem Bankautomaten gezogen haben.

Wie unser Ausflug nach Malaysia weiter geht, erfahrt Ihr in Teil 2 :-)